Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund

In den Berufsbildenden Schulen können neben Berufsabschlüssen alle schulischen Abschlüsse (Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, erweiterter Realschulabschluss, Fachhochschulreife und Allgemeine Hochschulreife) erworben werden. Allerdings haben die einzelnen Bildungsgänge konkrete Aufnahmevoraussetzungen (Schulabschlüsse) und erfordern auch ausreichende Sprachkenntnisse, die eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht gewährleisten.

Schulpflichtige Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, die ohne deutsche Sprachkenntnisse in die Berufsbildenden Schulen des Landes Sachsen-Anhalt aufgenommen werden, erhalten zunächst im Berufsvorbereitungsjahr mit Sprachförderung (BVJ-S) die Möglichkeit zum Erlernen der deutschen Sprache.

Der Unterricht umfasst wöchentlich bis zu 7 Stunden Deutsch/Kommunikation und bis zu 5 weiteren Stunden Landeskunde (Sozialkunde, Geschichte, Geografie). Mathematik, Informatik und Sport ergänzen das Fächerangebot im berufsbereichsübergreifenden Lernbereich. Darüber hinaus wird Unterricht im berufsbereichsbezogenen Lernbereich erteilt. Hierzu werden die Schülerinnen und Schüler in zwei Berufsbereiche (z. B. Holztechnik, Metalltechnik, Ernährung und Hauswirtschaft) eingeführt. Die jeweilige Schule entscheidet nach ihren personellen und sächlichen Voraussetzungen über die konkreten Angebote.

Schwerpunkt im berufsbereichsbezogenen Lernbereich ist die Fachpraxis, die noch durch wöchentlich 2 Stunden fachtheoretischen Unterricht ergänzt wird. Auch in diesen Stunden findet Sprachförderung statt. Im fachpraktischen Unterricht arbeiten die Schülerinnen und Schüler in Fachkabinetten oder Werkstätten.

Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund können in der Regel das BVJ-S für die Dauer eines Schuljahres besuchen. Werden jedoch ausreichende Sprachkenntnisse bereits im Laufe des Schuljahres nachgewiesen, die eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht in anderen Bildungsgängen erwarten lässt, kann das BVJ-S auch eher verlassen werden.

Für Schülerinnen und Schüler, die ohne Schulabschluss aufgenommen wurden, besteht die Möglichkeit vom BVJ-S in das BVJ zu wechseln, um am Ende dieses Bildungsganges den Hauptschulabschluss zu erwerben. Dieser berechtigt dann zum Besuch weiterer Bildungsgänge insbesondere der Berufsfachschule in den Fachrichtungen Technik und Sozialpflege. In diesen Bildungsgängen können der Realschulabschluss und der erweiterte Realschulabschluss erreicht werden. Mit dem Realschulabschluss stehen alle Bildungsgänge im beruflichen Bereich offen.

Für das Fachgymnasium muss der erweiterte Realschulabschluss nachgewiesen werden.

  • Facebook-Icon
  • YouTube-Icon
  • Twitter-Icon
Mitmachen: Logo herunterladen!Logo Weltoffen