UNESCO-Projekt-Schulen in Sachsen-Anhalt

UNESCO-Projektschulen unterstützen aktiv das Ziel der UNESCO - die Erziehung zu internationaler Verständigung und Zusammenarbeit - in all ihren unterrichtlichen und außerunterrichtlichen schulischen Bereichen. Der Grundsatz der Arbeit ist dabei das Eintreten für eine Kultur des Friedens im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dabei orientieren sie sich an folgenden Leitlinien, den sogenannten „fünf Säulen" der UNESCO-Arbeit:

Menschenrechtsbildung/Demokratieerziehung

  • Befähigung zur Kenntnis, kritischen Reflexion und Umsetzung der Menschenrechte und demokratischer Prinzipien im schulischen Alltag
  • Verfahren individueller, gesellschaftlicher und internationaler Konfliktbewältigung
  • Internationale Vereinbarungen, Menschenrechtslagen und Rechtssysteme

Globales Lernen

  • Sich als Individuum in einer gemeinsamen Welt und ihren Zusammenhängen verstehen
  • Globalisierung in ihren positiven und negativen Aspekten reflektieren
  • Notwendigkeit internationaler Begegnung erkennen und Fähigkeiten zur interkulturellen Kooperation entwickeln
  • Persönliche Verantwortung für Mensch und Umwelt erkennen, annehmen und auf wirtschaftlicher und politischer Ebene unter Berücksichtigung sozialer und ethischer Aspekte umsetzen

Interkulturelles Lernen

  • Interesse und Achtung für verschiedene Lebensweisen und Kulturen
  • Unterschiedliche Perspektiven und Standpunkte empathisch nachvollziehen
  • Kulturpluralismus, Tradition und Zukunftsperspektiven eigenständig reflektieren
  • Respekt, Toleranz und Wertschätzung als Grundeinstellung entwickeln und danach handeln

Umwelterziehung

  • Umweltprobleme verstehen und in Verbindung zu eigenen Lebensstilen bringen
  • Umweltbewusstes und nachhaltiges Handeln entwickeln

UNESCO-Welterbeerziehung

  • Naturerbe, Kulturerbe, immaterielles Welterbe und Erinnerungsstätten kennen und respektieren
  • Weltkulturerbe als gemeinsames Erbe aller Menschen achten und bewahren und im schulischen Alltag veranker

Die Umsetzung dieser Leitlinien erfolgt durch die Implementierung der Inhalte in den unterrichtlichen Alltag und das Schulleben, internationalen Austausch, fächerübergreifenden Unterricht, die Teilnahme an und die Veranstaltung von Projekten uvm. UNESCO-Schulen nehmen innovative Impulse von Schülern, Lehrern und Eltern auf, sie kooperieren mit anderen Schulen, Bildungseinrichtungen, Kommunen und interessierten Personen oder Organisationen in der Region.

Der Weg zur Anerkennung als UNESCO-Projektschule ist lang und an die Erfüllung hoher Standards gebunden. Er steht grundsätzlich allen Schulformen, aber auch Einrichtungen der frühkindlichen Bildung offen.

Nach einer mehrjährigen Bewährungszeit kann die Schule den Antrag auf Anerkennung und Aufnahme in das internationale Netzwerk (ASP) der UNESCO-Projektschulen stellen.

Die kontinuierliche Arbeit im Sinne der UNESCO-Leitlinien muss an jeder Schule in einem jährlichen Bericht dokumentiert werden. Alle fünf Jahre wird vom jeweiligen Regionalkoordinator in Abstimmung mit dem Kultusministerium überprüft, ob die Voraussetzungen für den Erhalt des Titels als mitarbeitende oder anerkannte UNESCO-Projektschule noch gegeben sind.

Die Arbeitsschwerpunkte des Netzwerks orientieren sich am jeweiligen Jahresthema der UNESCO. Vertreter aller Schulen der UNESCO-Schulen Sachsen-Anhalts treffen sich mindestens zweimal jährlich auf einer 1,5tägigen Regionalkonferenz. Darüber hinaus vertritt eine Auswahl von Schulvertretern die UNESCO-Projektschulen Sachsen-Anhalts auf der jährlichen Fachtagung des Bundesnetzwerks.

Nähere Informationen sind auf dem Landesbildungsserver eingestellt.

Ministerium für Bildung 2019

E-Mail an Referat 25