Das Schulprogramm als Instrument der Schulentwicklung

Schulprogrammarbeit

Runderlass Schulprogramme

Ab dem Schuljahr 2006/07 sollen die Schulen weiterhin an der Qualifizierung und Umsetzung ihres Schulprogramms arbeiten. Mit dem Neunten Gesetz zur Änderung des Schulgesetzes für das Land Sachsen-Anhalt, welches a, 1. August 2005 in Kraft getreten ist, wurde die Schulprogrammarbeit im Schulgesetz verankert (§24 IV).

Öffnung von Schule

Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus

Schulprogramme sollen dazu beitragen, die Qualität der Bildungs- und Erziehungsarbeit, die an der jeweiligen Schule geleistet wird, weiter zu entwickeln und auf hohem Niveau nachhaltig zu sichern.

Folgerichtig müssen im Mittelpunkt des Schulprogramms die gemäß Schulgesetz und Rahmenrichtlinien verbindlichen Schülerleistungen und die Bedingungsfaktoren in der Schule, von denen ein direkter Einfluss auf die Bildung und Erziehung der Schülerinnen und Schüler erwartet werden kann, stehen. Vorrangig sind damit der Unterricht gemäß Stundentafel und seine Qualität angesprochen, darüber hinaus aber auch solche Bedingungsfaktoren wie das Schulmanagement oder die Elternzusammenarbeit. Sowohl die Eltern als auch die Schülerinnen und Schüler sollen an der Erarbeitung, Umsetzung, Evaluation und Fortschreibung des Schulprogramms aktiv mitwirken.

Öffnung von Schule

Die Schule hat nicht nur einen Bildungsauftrag, sondern auch einen Erziehungsauftrag. Deshalb geht es darum, die Schule als einen authentischen Lebens- und Erfahrungsraum zu gestalten, in dem Kreativität und Phantasie, solidarisches gleichberechtigtes Miteinander gefordert und gefördert werden. Wissen soll nicht losgelöst von der Lebensrealität, sondern alltagsorientiert ganzheitlich erlernt werden. Das bedeutet, dass sich Schule öffnet und aktiv mit verschiedenen außerschulischen Partnerinnen und Partnern zusammenarbeitet, u. a. auch mit dem Ziel, dass Schülerinnen und Schüler lebendige Demokratie in ihrem schulischen Alltag erfahren.

Zum einen bieten sich in diesem Zusammenhang Kooperationsbeziehungen mit Firmen und Unternehmen oder gemeinsame Projekte mit Hochschulen, Museen oder Bibliotheken an. Zum anderen gilt es, das Lernen an verschiedenen außerschulischen Lernorten zu organisieren, um schulisches Lernen mit der außerschulischen Realität noch besser zu verknüpfen, beispielsweise durch die Erkundung historischer Orte. Schulen sind auch aufgefordert, Kooperationsbeziehungen mit Trägern der öffentlichen oder freien Kinder- und Jugendhilfe zu entwickeln. Diese Form der Zusammenarbeit ermöglicht, dass verstärkt sozialpädagogische Kompetenzen in die Schule getragen werden und somit die Bedingungen für eine erfolgreiche Bildung, Erziehung und Förderung junger Menschen optimiert werden. Alternative Schulangebote (wie z. B. Produktives Lernen), außerschulische Angebote zur sinnvollen Freizeitgestaltung sowie präventive und intervenierende Maßnahmen unterstützen die Persönlichkeitserziehung junger Menschen und wirken Schulverweigerung, Verhaltensauffälligkeiten, Jugendkriminalität, Drogenkonsum etc. entgegen.

In Sachsen- Anhalt gibt es zahlreiche Beispiele, die eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Schulen mit außerschulischen Einrichtungen zeigen. Auf dem Landesbildungsserver finden sich unter der Rubrik „Themen“ im Bereich „Öffnung von Schule“ ausgewählte Praxisbeispiele, die interessierten Schulen Motivation und Anregungen für ihre Arbeit geben können.

Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus

Die Entwicklung der Schule zu Erziehungs- und Bildungsorten muss weitergeführt werden. In diesem Zusammenhang wird die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus intensiviert. Hierzu gehört eine verbindliche Einbeziehung von Eltern in die Schulprogrammarbeit oder schulinterne Evaluation ebenso wie eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten. Nur wenn sie über Inhalte, Lernmethoden und Erziehungsschwerpunkte in der Schule ihrer Kinder informiert sind, diese als sinnvoll und angemessen empfinden, werden sie im Einklang mit den Lehrkräften die Bildung und Erziehung ihrer Kinder befördern.

Viele Schulen haben inzwischen gute Erfahrungen mit Elternvereinbarungen gemacht, die zwischen Lehrkräften, Schülerinnen , Schülern und Eltern abgeschlossen werden. Solche schriftlich fixierten Übereinkünfte tragen zur wechselseitigen Vergewisserung über die gemeinasme Verantwortung von Elternhaus und Schule bei.

Ein besonderes Anliegen des Kultusministeriums ist es, Eltern in ihrer Erziehungsarbeit nicht allein zu lassen, sondern sie bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen. Geeignet sind dazu thematische Elternveranstaltungen, in denen Lehrkräfte mit den Eltern gemeinsam erzieherische Themen bearbeiten. Das Kultusministerium unterstützt derartige thematische Elternveranstaltungen sowohl finanziell als auch organisatorisch. Auf dem Landesbildungsserver können interessierte Schulen unter der Rubrik „Qualitätsentwicklung“ im Bereich „Fortbildung“ auf einen Referentenpool für thematische Elternabende zurückgreifen.

Des Weitern soll die Gründung von Schulfördervereinen angeregt und organisatorisch unterstütz werden, um Eltern für die Beteilung am Schulleben zu motivieren und in den Schulalltag einzubinden. Erfahrungen zeigen, dass Schulförderverein solch ein gemeinsames Wirken fördert.