Niveaubestimmende Aufgaben in Sachsen-Anhalt - ein Beitrag zur Weiterentwicklung der Aufgabenkultur

Ein zentrales Unterstützungssystem für die Implementation der KMK-Bildungsstandards sind in Sachsen-Anhalt die Pools niveaubestimmender Aufgaben. Die niveaubestimmenden Aufgaben für einzelne Fächer und Jahrgangsstufen verdeutlichen die Anforderungen der Bildungsstandards der KMK. Mit diesen Pools erhalten Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern Orientierungen für das in einzelnen Schuljahrgängen anzustrebende Niveau. Die Aufgabenbeispiele beschreiben das jeweils am Ende des Schuljahrgangs zu erreichende Wissen und Können der Schülerinnen und Schüler auf drei Niveaustufen.

Die niveaubestimmenden Aufgaben knüpfen an die Lernziele und Inhalte der Lehrpläne und Rahmenrichtlinien der Fächer an und orientieren sich an Kernbereichen der Kompetenzentwicklung. Damit werden u. a. folgende Ziele bei der Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität verfolgt:

  • Entwicklung und Sicherung von Qualitätsstandards bei der langfristigen Entwicklung  von fachlichen Grundkompetenzen und überfachlichen Kernkompetenzen,
  • Förderung einer pädagogischen fachdidaktischen Diskussion in den Schulkollegien und auf regionaler Ebene,
  • Professionalisierung der Diagnostik des erreichten Lernstandes und Weiterentwicklung der internen und externen Evaluation,
  • Schaffung einer aussagekräftigen Basis für die Entwicklung spezifischer Förderkonzepte durch Feststellung des individuellen Lernstandes und
  • Verdeutlichung der Ansprüche an die Lernergebnisse als Grundlage für eine fundierte Elternberatung.

Die Aufgaben haben Vorbildcharakter und geben Anregungen für eine gute Unterrichtsgestaltung und Weiterentwicklung der Aufgabenkultur.

Bei der Entwicklung der niveaubestimmenden Aufgaben wurden drei verschiedene Niveaus definiert. Das erste Niveau beschreibt Anforderungen, deren Bewältigung die sichere Beherrschung von Basiswissen sowie die Beherrschung grundlegender Routinen voraussetzt (Reproduktionsleistungen). Aufgaben auf dem zweiten Niveau gehen insbesondere bezüglich der Anwendung über das erste Niveau hinaus und verlangen die Verknüpfung von Basiskenntnissen und Routinen in verschiedenen Kontexten (Reorganisations- und Transferleistungen). Aufgaben auf dem dritten Niveau erfordern die Vernetzung und den kreativen Umgang mit dem Gelernten (eigenständiges Problemlösen).

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