Hinweise für die Antragstellung zur Feststellung der fachlichen Eignung gemäß § 2 und § 3 der Dolmetschereignungsverordnung (DolmEigVO) vom 11.06.2010 (GVBl. LSA S. 358)

1. Allgemeine Hinweise

Die Feststellung der fachlichen Eignung für das Übersetzen oder Dolmetschen für gerichtliche, behördliche und notarielle Zwecke ist nach § 3 Abs. 1 Nr. 4 des Dolmetschergesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (DolmG LSA) vom 16.12.2009 (GVBl. LSA S. 702) eine unerlässliche Voraussetzung für alle Personen, die eine allgemeine Beeidigung und öffentliche Bestellung in Sachsen-Anhalt zu beantragen beabsichtigen.

Das Verfahren wird auf Antrag beim Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt gemäß der Dolmetschereignungsverordnung durchgeführt. In diesem Verfahren können grundsätzlich nur schriftliche Nachweise bewertet werden. Antragstellenden Personen, die nicht über die erforderlichen Voraussetzungen verfügen oder die nachstehend beschriebenen Nachweise nicht vorlegen, erhalten einen ablehnenden Bescheid. Dieser Bescheid zeigt ggf. weitere Möglichkeiten z.B. in Form von Ausgleichmaßnahmen an, die fachliche Eignung zu erlangen.

2. Antragstellung

Der Antrag ist schriftlich zu stellen. Er kann auch elektronisch erfolgen. Die elektronische Antragstellung ist aber nur wirksam, wenn diese mit einer qualifizierten elektronischen Signatur nach dem Signaturgesetz (§ 3 a Verwaltungsverfahrensgesetz) versehen ist.

Es ist vor Antragstellung zu prüfen, ob die Voraussetzungen zur fachlichen Eignung gemäß § 4 Absatz 1 Nr. 1 und 2 Dolmetschergesetz erfüllt werden. Erst dann sollte eine Antragstellung erfolgen.

Wenn Deutsch nicht die Muttersprache des Antragstellers oder der Antragstellerin ist, muss nachgewiesen werden, dass er oder sie die deutsche Sprache ausreichend erlernt hat und beherrscht (z.B. Schulzeugnisse u.Ä.).

3. Zum Ausfüllen des Antragvordruckes

Für die Antragstellung ist aktuell der nachfolgende Antrag  auf Anerkennung der fachlichen Eignung gem. § 3 Abs. 1 Nr. 4 des Dolmetschergesetzes des Landes Sachsen-Anhalt zu verwenden.

Soweit  zum Nachweis der Voraussetzungen gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 bis Nr. 4 der Dolmetschereignungsverordnung erforderlich, sind folgende Angaben zu machen bzw. folgende Nachweise vorzulegen:

  • Angabe der Art der Sprachmittlung (Übersetzen, Dolmetschen oder Übersetzen und Dolmetschen, Gebärdensprachdolmetschen)
  • Angaben zur Person
  • Angabe der Fremdsprache/n (Als Muttersprache wird die Sprache gewertet, in der überwiegend eine schulische Ausbildung erfolgt ist. Die Muttersprache ist durch eine amtlich beglaubigte Zeugniskopie nachzuweisen. In Einzelfällen können zwei Sprachen als Muttersprache erlernt worden sein. Dann ist auch dies durch ein Zeugnis zu belegen. Es genügt nicht der Hinweis, dass im Elternhaus abweichend zur schulischen Ausbildung eine andere Sprache angewendet worden ist.)
  • Angabe der Fachgebiete für die vertiefte Kenntnisse vorhanden sind. Der Erwerb der Kenntnisse ist durch Zeugnisse oder Zertifikate in amtlich beglaubigter Kopie nachzuweisen.
  • Angaben zur Ausbildung (Abschlusszeugnis einer Hochschule, ein „Diploma Supplement“, das Zeugnis über eine bestandene staatliche Prüfung oder sonstige Berufsqualifikationsnachweise als Übersetzerin/Übersetzer oder/und Dolmetscherin/Dolmetscher sowie Nachweise über Inhalte und Dauer des Studiums und der Ausbildung in Form von Studienordnungen, Prüfungsordnungen, Studienbüchern oder andere geeignete Unterlagen, z.B. detaillierte Übersichten mit Unterrichtsfächern, Noten, Stundenanzahl usw.) aus denen die Anforderungen, die zur Erlangung des Abschlusses geführt haben, hervorgehen, sind durch amtlich beglaubigte Kopien vorzulegen.
  • Tabellarischer Lebenslauf, abgefasst in deutscher Sprache (Dabei ist von besonderer Bedeutung, auf welche Art Kenntnisse und Fähigkeiten der Sprachmittlung erworben worden sind.)
  • Nachweis der Staatsangehörigkeit (Personalausweis oder Reisepass)
  • Bescheinigungen über die Art und Dauer der nach Erwerb des Berufsqualifikationsnachweises ausgeübten Tätigkeiten in der Fachrichtung des Qualifikationsnachweises (Personen, deren Sprachmittlerausbildung nicht an einer Hochschule erfolgt ist, weisen zusätzlich eine berufliche Tätigkeit im Übersetzen oder/und Dolmetschen nach. Das Kultusministerium wird im erforderlichen Umfang Einzelnachweise anfordern.)

Wurden die Dokumente in einer fremden Sprache ausgestellt, ist neben der amtlich beglaubigten Kopie zusätzlich eine bestätigte Übersetzung ins Deutsche beizufügen. Bitte achten Sie darauf, dass Original und Übersetzung inhaltlich übereinstimmen.

Weiterhin sind Erklärungen abzugeben und jeweils zu unterschreiben:

  • Einverständniserklärung, dass persönliche Daten mit Hilfe automatischer Datenverarbeitungssysteme erfasst, gespeichert, verarbeitet und weitergegeben werden können. Das Einverständnis zur Weitergabe erstreckt sich auf die Weitergabe an Behörden, Gerichte und Notare sowie die Veröffentlichung in Übersetzer- und Dolmetscherverzeichnissen.
  • Erklärung, dass Sie in keinem anderen Bundesland als Übersetzerin oder Übersetzer, Dolmetscherin oder Dolmetscher allgemein beeidigt oder öffentlich bestellt oder im Sinne des § 142 Abs. 3 Satz 1 der Zivilprozessordnung ermächtigt worden sind.

Zusätzlich wird eine Erklärung abgefordert, ob der Antragsteller oder die Antragstellerin einen derartigen Antrag bereits früher in der Bundesrepublik Deutschland gestellt hat. Trifft dies zu, so ist der Antragsteller oder die Antragstellerin verpflichtet, darüber zu informieren, wie der Antrag beschieden worden ist.

Der Antrag ist eigenhändig zu unterschreiben.

4. Bearbeitungsgebühr

Für die Bearbeitung der Feststellung der staatlichen Anerkennung der fachlichen Eignung wird eine Gebühr gemäß lfd. Nr. 39 der Allgemeinen Gebührenordnung des Landes Sachsen-Anhalt (AllGO LSA) vom 10. Oktober 2012 (Rahmen zwischen 106,00 und 212,00 Euro) erhoben.

Für die Inhalte verantwortlich: Ministerium für Bildung, Referat 34