Das Dolmetscherrecht im Land Sachsen-Anhalt

Seit Dezember 2009 ist das Dolmetscherrecht im Land Sachsen-Anhalt neu geregelt.

Das Dolmetschergesetz des Landes Sachsen-Anhalt (DolmG LSA) verkündet als Artikel 2 des Gesetzes zur Umsetzung der europäischen Dienstleistungsrichtlinie in Sachsen-Anhalt vom 16.12.2009 (GVBl. LSA S. 700), zuletzt § 4 geändert durch Artikel 6 des Gesetztes über die Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen im Land Sachsen-Anhalt vom 24. Juni 2014 (GVBl. LSA S. 350, 358) ist am 22.12.2009 in Kraft getreten.

Das Dolmetschergesetz dient der Umsetzung der Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12.12.2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt (ABl. L 376 vom 27.12.2006, S. 36) und der Umsetzung der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7.09.2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen (ABl. L 255 vom 30.09.2005, S. 22, ABl. L 271 vom 16.10.2007, S. 18, ABl. L 93 vom 4.04.2008, S. 28, ABl. L 33 vom 3.02.2009, S. 49), zuletzt geändert durch die Richtlinie 2013/55/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20.11.2013 (ABl. L 354 vom 28.12.2013, S. 132) und dem Berufsqualifikationsgesetz Sachsen-Anhalt vom 24.06.2014 (GVBl. LSA S. 350).

Die aufgrund des Dolmetschergesetzes (§ 4 Abs. 2 des DolmG LSA) erlassene Dolmetschereignungsverordnung (DolmEigVO) vom 11.06.2010 (GVBl. LSA S. 358), zuletzt geändert durch die Verordnung vom 30. Januar 2015 (GVBl. LSA S. 46) regelt die Verfahren zur Feststellung der fachlichen Eignung und damit zur Erlangung der staatlichen Anerkennung.

Das Kultusministerium ist für die staatliche Anerkennung (Antragsformular) zuständig.

Der Runderlass des Kultusministeriums vom 28.07.2010 (MBl. LSA S. 464) „Allgemeine Beeidigung und öffentliche Bestellung von Übersetzerinnen, Übersetzern, Dolmetscherinnen und Dolmetschern“ legt Inhaltsschwerpunkte u. a. zur fachlichen Eignung (Nachweis beim Kultusministerium), zum einheitlichen Ansprechpartner, zur Beeidigung, aber auch für die Bestallungsurkunde (Nachweis der Bestellung durch die Präsidentin, den Präsidenten des Landgerichts) sowie zur Führung eines Verzeichnisses der Dolmetscherinnen, Dolmetscher, Übersetzerinnen und Übersetzer fest.

Durch die Landesjustizverwaltungen wurde mit Stichtag 01.01.2010 eine bundesweite Dolmetscher- und Übersetzerliste eingerichtet. Diese ist mit folgendem Link aufrufbar:

http://www.justiz-dolmetscher.de

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